Die Templer von Dan Jones

Das Werk von Jones legt auf gut 434 Seiten, nebst Anhang, die Geschichte des Ordens der Tempelritter dar, von seiner Gründung bis zu seiner Auflösung.

In der gewohnten hohen Qualität des C.H.Beck Verlages wird die Geschichte des Ordens erzählt: seine Gründung, seine Statuten, seine Siege und Niederlagen, aber auch seine starken Verbindungen zur Politik und in die Finanzwelt. Am Ende wird dies durch eine kurze Abhandlung zu den Verschwörungstheorien über die Templer ergänzt, die hier kurz und präzise widerlegt werden.

Karten und einige wenige Bilder sind im Werk sparsam vorhanden, was aber bei einem textgewaltigen Werk durchaus für Ergänzungen sorgt.

Das Buch zeichnet sich durch seine tiefgehende Darstellung der Verbindungen der Templer mit der Kirche, den Königshäusern der Zeit und der Finanzwelt aus. Ausrüstungen und Kampftaktiken werden nur kurz erwähnt; der Schwerpunkt liegt mehr auf den rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Hintergründen des Ordens.

Seine starke Verbindung nach Frankreich und zum Königreich Jerusalem wird ebenfalls ausgiebig besprochen, wie auch die spätere Verfolgung, vor allem in Frankreich, die hier auf das hohe Vermögen des Ordens zurückgeführt wird, das eine Finanzkrise im damaligen Frankreich abwenden sollte, indem man den Orden zerstörte und sein Eigentum konfiszierte.

Der Konflikt mit Saladin im „Heiligen Land“ findet in einem eigenen Kapitel Platz und lädt zu weiteren Nachforschungen ein.

Der Text ist dabei leicht lesbar, wobei er auch einige Anforderungen an Vorwissen und die Zuordnung von Namen und Orten stellt, sodass ein völlig unkundiger Leser sich mit einigen Orten und Namen zunächst auseinandersetzen muss, um das Werk vollständig zu verstehen.

Im Text selbst werden die Zusammenhänge aber gut erläutert, und es erzeugt ein Vergnügen, sich in die Zusammenhänge des Ordens und der Geschichte zu vertiefen.

Das Buch ist derzeit für rund 20,00 Euro im Buchhandel erhältlich.

Pope Joan von Donna Woolfolk Cross

Bei dem Buch handelt es sich um die Vorlage für den Film Die Päpstin.

Das Buch beschreibt sehr eindrücklich (hier im englischen Original) die Geschichte einer jungen Frau, die sich mehr für das Lernen und das Lesen interessiert, als für die im 9. Jahrhundert typischen Pflichten des Kinderempfangens und der Hausarbeit.

Ob es eine Päpstin Johannes gegeben hat, ist eine Spekulation und kann heute nicht bewiesen werden. Die Spekulationen darüber halten aber an und werden in diesem Buch sehr ansprechend verarbeitet.

Das Buch geht dabei sehr detailliert auf die Lebenswirklichkeit der normalen Bevölkerung, das Leben im Kloster und die Lebensumstände des Adels und der Kirche ein. Die Beschreibungen sind dabei sehr immersiv und ziehen den Leser in die Zeit hinein. Dass hier eine Frau die Hauptfigur ist, fällt beim Lesen oft gar nicht auf, da eher die Beschreibung der Umgebung und der politischen Verhältnisse im Vordergrund steht und die Hauptfigur sich darin sehr gut einfügt.

Die Geschichte setzt dabei mit der Kindheit der Protagonistin ein und beschreibt ihr Leben in einem einfachen Dorf auf dem Land in Deutschland. Die Gewalt in der Ehe und die unterschiedliche Behandlung von Kinder, gerade zwischen Männern und Frauen, werden hier thematisiert, wie auch die Ablehnung von fremden Personen und nicht christlichen Wissens in der Zeit.

Die Beschreibung des Lebens im Kloster, der Bezug auf den germanischen, heidnischen Glauben und den moralischen Verfall der kirchlichen Elite sind im Buch wahrnehmbar und dienen als Kontrast zur vermeintlichen Überlegenheit der kirchlichen Moral den Frauen gegenüber.

Johanna ist dabei keine Heldin, sondern die Beschreibung dient dazu, den Weg einer Person zu beschreiben, die sich gegen Vorurteile und gesellschaftliche Konventionen stellt, nicht, um andere zu überzeugen, sondern das selbst gewählte Leben leben zu können.

Der Hauptteil des Buches verfügt über 408 Seite, nebst einem Anhang der Autorin mit Erläuterungen zum Werk.