Alexander, Robin: Letzte Chance

Das gut 375 Seiten starke Buch beschäftigt sich, anders als der Titel es vermuten lässt, nur indirekt mit der Wahl von Friedrich Merz zum Kanzler. Es stellt vielmehr dar, wie sich der Weg der Ampelkoalition bis hin zu den vorgezogenen Neuwahlen darstellte.

Robin Alexander gibt dabei in seiner prägnanten Art Einblicke hinter den Vorhang der Politik, wobei er natürlich seine Quellen immer etwas im Vagen hält.

Die 17 Kapitel beginnen noch in der Kanzlerschaft von Angela Merkel und arbeiten sich durch die Monate der Ampelkoalition bis zur Wahl von Friedrich Merz im zweiten Wahlgang vor.

Er zeichnet das Bild einer in sich zerstrittenen Ampel, die vor allem auf den eigenen Machterhalt und die Bedienung der eigenen Klientel bedacht ist und darüber das Regieren und das Finden von Kompromissen verlernt hat.

Olaf Scholz kommt dabei eher die Rolle eines Beobachters und wenig charismatischen Kanzlers zu, der es nicht versteht, die drei Parteien auf eine Linie in der Ampel einzuschwören.

Christian Lindner und Robert Habeck zeichnet er zwar etwas positiver, aber auch sie scheinen in der Ampel vor allem auf ein Bedienen der eigenen Klientel bedacht gewesen zu sein.

Er beschreibt sehr detailliert die Abläufe im Kanzleramt, in den Ministerien und zwischen den Parteien in der Koalition sowie deren Verstimmungen und die politischen Abläufe bzw. Hemmungen, die letztlich zum Scheitern der Ampel führen sollten.

Der „Heizhammer“ wird ebenso besprochen wie auch die Gasprämie und Habecks Ringen um eine einheitliche Führung bei den Grünen, Lindners Schwäche, getroffene Kompromisse in der eigenen Partei umzusetzen, und ein Kanzler, der am Ende scheinbar in jeder Äußerung der anderen Partner einen Angriff auf die eigene Kanzlerschaft sah.

Er kommt am Ende zum Ergebnis, dass sauberes und geräuschloses Arbeiten gerade für die Parteien der politischen Mitte wesentlich ist.

 

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